Donnerstag, 22. Februar 2018

Endlich bewiesen: BILD arbeitet seriös

Die BILD hat »erfundene fakten«, die sie von TITANICredakteur Moritz Hürtgen erhalten hatte, auf die titelseite gedruckt.

Das ist ein beweis für seriösen journalismus. Selbstverstänlich nicht für die Bild sondern natürlich für die TITANIC.

Weiteres dazu gibt's hier.

Mittwoch, 21. Februar 2018

170 jahre Manifest der Kommunistischen Partei

Am 21. februar 1848 wurde das Kommunistische Manifest zum ersten mal veröffentlicht.

Dazu natürlich musik:


Das Kommunistische Manifest, op. 82 (1932, nach Marx / Engels) für Soli, Chöre und Bläser (WV 100) von Erwin Schulhoff



Vor zwanzig jahren schrieb Thomas Gsella folgendes:

1998: 150 Jahre Manifest der Kommunistischen Partei

Hundertfünfzig! Hoch die Tasse!
Keine Schrift ist heiliger,
klüger und kurzweiliger!
Keine hat wie sie der Masse

aufgezeigt, daß man die Schweine
(sei's per Galgen, sei's per Schuß)
aus dem Wege räumen muß.
Leider ist die Masse keine.

Masse! Werde Besserwisser!
Steh nicht länger dumm herum!
Köpf die Ärsche! Pfähl die Pisser!
Säbel ihre Knechte um!

Andernfalls muß all die Sachen
wieder mal der Gsella machen

Sonntag, 18. Februar 2018

FDP entdeckt herz für radfahrer

Manchmal fängt man an zu staunen. Man denkt, daß eigentlich nichts mehr diskutiert würde. Und plötzlich fordert der Bund der Kriminalbeamten eine ende des cannabisverbots. Nur so als beispiel.

Und plötzlich ist sogar der gratis-öpnv in der diskussion. Der luftverschmutzung wegen. Was sollte man dagegen haben? Dieser staat finanziert kriege und rüstet auf. Wenn ein teil des geldes in straßenbahnen und busse investiert würde, wäre der menschheit sicherlich mehr gedient.

Die Berliner FDP macht sich allerdings sorgen um die benachteiligten radfahrer, die von besserer luft in der stadt leider so gar nichts hätten.

Herz haben die FDPisten damit, ihren möglichkeiten entsprechend, bewiesen.

Wer ist bereit, etwas verstand zu spenden?

Freitag, 16. Februar 2018

Happy new year!

Heute beginnt auch in China das neue jahr. Das jahr des hundes.
Weil es aber ein erd-hund sein soll, bin ich nicht sicher, ob nicht vielleicht eher so einer gemeint ist:
Die redaktion des 1€blogs wünscht ein schönes frühlingsfest und ein gesundes neues Jahr.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Bilderberger bei den nachdenkseiten

So langsam bekomme ich den eindruck, daß die macher der nachdenkseiten endgültig von allen guten geistern verlassen wurden.

Bekanntermaßen soll in der großen koalition der derzeitige Hamburger bürgermeister, Olaf Scholz, vizekanzler und finanzminister werden.

Folgt nun, wie man es von einer kritischen website erwarten sollte, eine analyse der bisherigen politischen tätigkeit des herrn Scholz? Schließlich ist der in der bundespolitik kein unbeschriebenes blatt.

Natürlich nicht.

Was der z.b. von 2007 bis 2009 als bundesarbeitsminister getan hat, interessiert Markus Klöckner nicht - wichtig sind allein drei tage anfang juni 2010, an denen herr Scholz an einer nicht-öffentlichen konferenz teilgenommen hat.

Da bekommt der ausdruck kritische website eine völlig andere qualität.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Die Theorie der feinen Menschen

Zwischendurch mal wieder ein bißchen kabarett, diesmal das soloprogramm von Claus von Wagner.



Die aufnahme ist zwar schon etwas älter und im vergleich zum liveprogramm etwas gekürzt, aber sehr sehenswert.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Dreckslochländer

In bezug auf Zeit-online, wo letztens gefragt wurde, warum manche länder drecklöcher sind, schreibt Tobias Blanken bei den Salonkolumnisten, daß der begriff »drecksregime« für solche länder angemessen wäre, weil ja nicht die länder an sich »dreckslöcher« wären, sondern das herrschende regime entscheidend sei.

Da ist die gute, alte DDR natürlich nicht weit. Schließlich sprach Donald Trump von »shithole countries«, weil er ein problem mit flüchtlingen aus dem ostblock hat - gegen die menschenmassen aus der DDR will er bekanntermaßen sogar eine mauer errichten lassen. Aber zurück zu Blankens text. Über die DDR schreibt er
zitat Tobias Blanken: »Beide Staaten fingen nach dem Krieg mit ähnlichem Menschenmaterial an, trotzdem nahm die Produktivität einen anderen Lauf.«
Natürlich fing die DDR mit ähnlichen menschen wie die BRD an, jedoch mit anderem, vor allem weniger material. Zwar waren die kriegsschäden auf dem gebiet der SBZ geringer als in den westzonen, doch leistete die SBZ 97 % der reparationsleistungen.
Zitat Tobias Blanken:»Entscheidend für die Produktivität ist nicht die Faulheit oder der Fleiß der Menschen am Arbeitsplatz, sondern wie effizient die Arbeitsprozesse organisiert sind – und welche Technologien zum Einsatz gebracht werden. Und da hat sich die dezentral organisierte Marktwirtschaft gegenüber der hierarchisch organisierten Planwirtschaft als überlegen erwiesen; die privatwirtschaftlichen Unternehmen der BRD konnten nahezu in jedem Jahr aufs Neue höhere Produktivitätszuwächse als die Staatswirtschaft der DDR erzielen. Produktivitätszuwächse, die sich dann über die Jahrzehnte so akkumulierten, dass die DDR trotz ähnlicher Ausgangsvoraussetzungen regulär abgehängt wurde. Und das mit drastischen Folgen, mit einem Drittel der Produktivität der BRD hätte die DDR 1989 die Arbeitszeiten verdreifachen müssen, um das Wohlstandsniveau der BRD zu erreichen. Was aber auch nur in der Theorie möglich ist, da Menschen schlichtweg nicht in der Lage sind, jede Woche aufs Neue eine 120-Stunden-Woche abzureißen.«
Wie ich oben bereits dargelegt hatte: auf dem gebiet der SBZ waren vor der staatsgründung der DDR ganze fabriken abgebaut, eisenbahngleise herausgerissen, loks und waggons mitgenommen worden. Nach der demontage von industrie- und eisenbahnanlagen lag die wirtschaftliche leistungfähigkeit bei etwas mehr als der hälfte des vorkriegsniveaus. All das mußte erst wieder aufgebaut werden. Damit waren die ausgangsvorraussetzungen eben alles andere als ähnlich wie im westen, sondern tatsächlich wesentlich schlechter.

Immerhin erkennt herr Blanken, daß für die produktivität andere dinge notwendig sind als bloß fleiß. Ein problem der DDR war, daß sie moderne maschinen, beispielsweise mangels devisen, nicht einfach so auf dem weltmarkt kaufen konnte, weshalb die notwendige modernisierung langsamer als im westen verlief.

Auf jeden fall sollte man darüber nachdenken, was das mit der produktivität übrhaupt bedeutet. Die wurde in Westdeutschland nicht aus langeweile oder wohltätigen zwecken gesteigert, sondern damit mehr gewinn für die unternehmer rausspringt. Produktivitätssteigerung bedeutet nicht unbedingt mehr wohlstand für die leute, die die leistung erbringen, sondern daß härter gearbeitet werden muß. Hierzu schreibt herr Blanken:
Zitat Tobias Blanken:»Heruntergebrochen, wenn ein Bürger der BRD eine Stunde arbeiten musste, um etwas herzustellen, musste ein Insasse der DDR drei Stunden arbeiten.«
Erstmal ist es natürlich ein ding, daß die menschen in der DDR für herrn Blanken natürlich keineswegs »bürger« sind, sondern knackigleich »insassen.«

Was hat denn die produktivitätssteigerung in der BRD gebracht?

Die leute, die arbeitsplätze hatten, mußten härter arbeiten. Und der rest, den man nicht mehr brauchte, war arbeitslos. In den 80er jahren gab es in der BRD arbeitslosenquoten von 7 – 9 %. 1989 gab es in der BRD mehr als zwei millionen arbeitslose.

In einer volkswirtschaft, in der die anfallende arbeit auf die gesamte arbeitsfähige bevölkerung verteilt wird, geht es nicht drum, aus jedem einzelnen das meiste rauszuprügeln, sondern die notwendige arbeit so zu verteilen, daß sie für die menschen möglichst leichter wird. Das ist ein völlig anderes konzept und läßt sich so nicht besonders gut vergleichen
Zitat Tobias Blanken:»Aber „Menschen aus Drecksregimen“ läuft womöglich Trumps Intention zuwider, denn „Regime“ klebt nicht an den Menschen, es taugt nicht als Stigmata.«
Meines wissens ist »stigmata« plural. Dieser satz ist also einigermaßen verkorkst. Aber jeder macht fehler, nicht nur die plankommission der DDR.
Zitat Tobias Blanken:»Dass die Produktivitätskluft zwischen der BRD und der DDR trotz ähnlichem Menschenmaterial breit wie der Grand Canyon war, geht vermutlich schon gar nicht mehr in seinen Kopf, dass schwarze Einwanderer in den USA sogar überdurchschnittlich performen, noch viel weniger, schließlich müsste der alte Mann mit dem blondierten Haar dann sein krudes Weltbild hinterfragen.«
So breit ist der Grand Canyon nun auch wieder nicht. Vielleicht müßte der mann mit den kruden gedanken unter der frisur sein weltbild mal hinterfragen, wenn er weniger vorurteilsbeladen auf die wirtschaft der DDR gucken würde. Die sache dürfte den einen oder anderen erstaunen.

1950 waren beide Deutschen staaten gegründet, sie fingen an zu wirtschaften - also für beide BIP-index (BIP = Bruttoinlandsprodukt) 100. 1989, also zum ende der DDR war der BIP-index immerhin auf 558 gewachsen. Der der BRD auf 534. Die DDR hatte also ein höheres wirtschaftswachtum als die BRD.

Dabei weiß man doch, daß die damals in der DDR gar nichts hinbekamen. Aber mal ehrlich: in der DDR haben sie aus eigener kraft aus erbärlichen verhältnissen einen immerhin bescheidenen wohlstand geschaffen.

Um ein klares bild von der planwirtschaft zu bekommen, müßte man das experiment mit tatsächlich gleichen bedingungen auf beiden seiten wiederholen.
Zitat Tobias Blanken:»Und das Hinterfragen ist eine Disziplin, bei der narzisstische, vorurteilsbeladene Menschen ganz mies performen, in diesem Fall sogar vollkommen unabhängig vom System.«
Daß der narzißtische, vorurteilsbeladene mensch nicht unbedingt bestens »performt« hat uns herr Blanken exzellent vorgeturnt. Ob er wohl bereit wäre, seine vorurteile abzubauen, kann man nicht wissen.

Er lebt leider in einem dreckslochland, in dem man vor politischer indoktrination nicht sicher ist - und so muß man ihm seine voreingenommenheit vielleicht nachsehen.

Montag, 29. Januar 2018

Foto am montag (300)

Graugänse (anser anser). Nicht sicher ist, ob sie jetzt erst in den süden fliegen oder bereits aus dem süden zurückkehren. Oder haben sie sich das mit dem weiterfliegen gespart und sind einfach hier geblieben?

Donnerstag, 25. Januar 2018

The Fall

Gestern verstarb im alter von 60 jahren der aus Salford stammende Sänger Mark E. Smith. Das dürfte wohl auch das ende der band The Fall sein, die seit 1976 in höchst unterschiedlicher besetzung, aber immer mit Mark E. Smith, existierte.

Konzertausschnitt vom vergangenen Herbst:


Peel Session 1978:



Hit the north:

Freitag, 19. Januar 2018

In memoriam

von Thomas Gsella

Der war nie jung, der das nicht kennt:
Bekifft ist’s gut besaufen,
doch hat man leider voll verpennt,
noch Blättchen einzukaufen.

Der war nie jung, der diesen Scheiß
nie machte (blau, versteht sich):
Zwar ist ein gutes Blättchen weiß,
doch auch druckschwarzes dreht sich.


Heute wird Thomas Gsella, der ehemalige chefredakteur des satiremagazins Titanic, 60 jahre alt, die redaktion des 1€blog gratuliert - also hundertfünfzig, hoch die tasse ... das ist aber aus einem anderen gedicht, das vielleicht zu einem anderen anlaß zitiert werden wird.
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Nachtrag über einen, der diese woche 70 wurde:

Donnerstag, 18. Januar 2018

Kommunikative oberflächlichkeit!

Vierter teil meines artikels »Der computer ist schuld!« hier geht es zum anfang
Zitat Werner Seppmann: »Alle Untersuchungen, die sich mit den sogenannten "Neuen Medien" beschäftigen, dokumentieren darüber hinaus eine Tendenz zur kommunikativen Oberflächlichkeit, die mit einer normativen Bedenkenlosigkeit korrespondiert, wie die zunehmenden Hasstiraden im Netz zeigen.«
Das kommunikative neandertal der verblödeten. Man findet im internet an vielen stellen die ewigleich verlaufenden diskussionen, in denen immer die selben sprüche kommen. Im grunde also kaum etwas anderes, als wenn man mit seinen kollegen mittags in die kantine geht und dort jeden tag auf die gleiche art geblödelt wird, weil die themen immer die gleichen sind und die tretmühle, in der man steckt, leider auch nicht täglich eine andere ist.


Oberflächlichkeit und hasstirade schließen einander jedoch aus: einem oberflächlichen menschen ist alles mehr oder weniger egal. Hass hingegen ist kein oberflächliches gefühl, wer im internet hasstiraden postet, fühlt sich in der (vermeintlichen) anonymität des internets sicher. Und so wird gepöbelt, wie am stammtisch, nur unter umständen eine spur drastischer, weil man sich anonym wähnt.
Zitat Werner Seppmann: »Die den Suchvorgängen zugrunde liegende algorithmischen Programme verstärken jedoch Mehrheitsmeinungen und verdrängen Ansichten von Minderheiten, denn als Suchergebnis wird vorrangig das präsentiert, was schon auf großes Interesse (das oft durch Einflussinitiativen stimuliert wurde) gestoßen ist. Hinzu kommt, dass die meisten Nutzer in der Regel nur die ersten beiden Einträge (die zumeist auch noch kommerzielle Schaltungen sind) zur Kenntnis nehmen. Das wird systematisch ausgenutzt. Alleine schon dadurch wird wirksam der Möglichkeit vorgebaut, dass alternative Ansichten sich in einer relevanten Intensität zur Geltung bringen können.
Es ist also gar nicht nötig, dass Inhalte verfälscht oder verzerrte und sachwidrige Behauptungen verbreitet werden. Es reicht aus, dass nur bestimmte Sichtweisen in der Vordergrund gerückt werden und kritische Sachverhalte im rauen und grauen Meer der Informationen untergehen. Eine Konsequenz dieses Informationsimperialismus ist der allmähliche Verfall eines kritischen Realitätsbildes, weil es eine wirkungsmächtige Tendenz gibt, das netzvermittelte "Wissen" (das mittlerweile fast einen Monopolstatus besitzt) für bare Münze zu nehmen. Man googelt, ohne die tatsächlich vorhandenen Informationsmöglichkeiten auszuschöpfen, lässt sich von der vermeintlichen "Vielfalt" blenden, ohne dem Aspekt der Verlässlichkeit noch besondere Achtung zu schenken.«
Das stimmt, daß algorithmen im internet bestimmen, was man findet und was nicht. Aber da ist auch der nutzer selbst gefragt: es gibt nicht nur die eine suchmaschine im internet, sondern etliche - ich benutze beispielsweise gern metager der Leibnitz Universität Hannover oder startpage. Wenn die leute aus bequemlichkeit immer dieselbe suchmaschine verwenden, ist das auch wieder kein problem der technik, sondern ein problem der menschlichen bequemlichkeit.

Demnächst weiter.